Was brachte mir die Online Marketing Konferenz Berlin?

Ich wurde zur Online Marketing Konferenz Berlin eingeladen.

Normalerweise kostet das Ticket knapp 200 €. Das hätte ich nicht dafür ausgegeben, ist ja nicht die Dmexco.

Aber for free? 

Warum nicht, kann man sich ja mal anschauen. Vielleicht lerne ich ja noch was. Zumindest gibts Einblicke, was so läuft in der Branche.

Die Location war recht anspruchsvoll: Kongress-Center am Alex. Kaffee gabs reichlich und ich hatte mal die Gelegenheit Sandwich-Vegan zu probieren – völlig überbewertet. Das Mittagessen war in Ordnung.

Den Auftakt machte Björn Radde, Vice President Digital Experience, T-Systems International zum Thema “Future of Digital Marketing”.

Sehr spannend.

Laut Radde fängt gerade die Renaissance der virtuellen Welt an. Sowohl virtuelle Welten, virtuelle Konferenzen als auch “Augmented Reality” werden in der zukünftigen digitalen Welt eine bedeutende Rolle einnehmen.

Highlights:

Moderator: “Warum wird Meta erfolgreicher sein als vorherige Player im Markt.”
Radde: “Weil sie Geld haben.”

Auf den Punkt gebracht.

Persönliche Anmerkung von mir: 

Zuckerberg & Freunde machen (mindestens) einen Fehler in ihrem Metaverse. Der krampfhafte, fast schon peinliche Versuch, alles was mit erotischen Inhalten zu tun hat fernzuhalten, indem die Avatare keine Beine haben.

Ein Meeting sieht dann so aus:

Meta Meeting
Beinlos im Meeting

Bei Linden Lab (dem Betreiber von Second Life) werden darüber schon Witze gemacht. Pünktlich zum ersten April natürlich: Linden Lab’s new feature: The leglock.

Weiteres highlight war eine Demonstration von “Google Duplex”. Eine Chat AI, die uns bald das telefonieren abnehmen wird – grob gesagt.

Wie weit heute bereits virtuelle Influencer wie Imma (kein Witz!) und augmented reality eingesetzt werden, hat mich ebenfalls sehr überrascht. 

Virtual Influencer Imma
Virtual Influencer Imma

Natürlich noch nicht in Deutschland, da ist das Internet bekanntlich noch “Neuland” (hier zwei Hände als Raute denken).

Der erste Vortrag fand im “Conference Stage” statt. Es gab noch zwei weitere Stages in den zeitgleich zu den Vorträgen im Conference Stage weitere Sessions stattfanden.

Ich orientierte mich vor allem an meinem eigenen Fachgebiet: Google Ads und Content Marketing (alias SEO).

Das war ein Fehler.

Ich hätte im Conference Stage sitzen bleiben sollen, da sprachen die coolen Jungs (und Mädels). Ich habe die wirklich interessanten Vorträge verpasst.

Die beiden Vorträge zu Google Ads brachten mir keine wirklich neuen Erkenntnisse. Einzig, dass sich alle einig sind, dass die neuen Google Ads “Performance Max” Kampagnen scheiße mit Vorsicht zu geniessen sind.

Der Smarketer-Auftritt war mehr Selbstdarstellung als Fachvortrag.

Jan Pötzscher, Director Marketing & Sales von Semcona hielt einen erfrischenden Vortrag zum Thema Content Marketing. 

Die Idee, Content Marketing Performance mit der Planung und Durchführung eines Rock-Konzertes zu vergleichen fand ich Klasse. Habe ich mitgenommen für zukünftige Präsentationen bei Kunden.

Tolle Idee, tolles Format, gut vorgetragen. Man hat auch fast nicht gehört, dass er Sachse ist.

Aber:

Vor dem falschen Publikum. 

Auf einer Online Marketing Konferenz, auf der fast ausschließlich Fach und Führungskräfte der Branche teilnehmen, wirkt es sehr befremdlich, wenn man über SEO-Grundlagen spricht.

Er erzählte uns tatsächlich etwas über Titels, Überschriften, Description meta tag etc. Es war mir schon fast peinlich, dass er dem Fachpublikum unterstellte keine Ahnung zu haben.

Egon Wilcsek, VP of DACH von Emplify sprach zum Thema Social und Conversational Commerce: So funktioniert die Zukunft des Online-Handels.

Sehr spannend.

Der Trend im E-Commerce geht (nach Wilcsek) immer mehr zu individueller Kommunikation mit dem Nutzer über. Das gilt sowohl für den eigenen Shop als für Social Media integrierte Online-Shops.

Vorteile der Social Shops sind sowohl der Vertrauensvorschuss des Nutzers in die jeweilige Plattform, dass keine zusätzliche Anmeldung nötig ist und kein Medienbruch statt findet.

In de USA ist diese Form des E-commerce auf fast allen Social Media Plattformen verfügbar und wird auch bereits viel und erfolgreich genutzt.

Überraschung: In Deutschland natürlich noch nicht. 

Mein Fazit:

Ich habe mich nicht genug vorbereitet, die falschen Themen gewählt und einige spannende Themen verpasst.

Würde ich wieder an der Online Marketing Konferenz Berlin teilnehmen?

Auf jeden Fall, dann aber etwas selektiver. Ich werde beim nächsten Mal Vorträge wählen, die eben NICHT mein Fachgebiet sind und meinen eigenen Horizont erweitern.

Wie zum Beispiel der Vortrag von Björn Radde.

War von Euch jemand auf der OMK-Berlin? Was war euer Eindruck? Was habt Ihr mitgenommen für Euch?


Wolfgang Brand verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung als Online-Marketing-Berater bei Unternehmen wie der STRÖER Gruppe und Google Deutschland. Während seiner Tätigkeit für STRÖER Digital beriet er führende Unternehmen in den Bereichen Einzelhandel und Technologie mit den Schwerpunkten SEO und lokales Online-Marketing. Für Google Deutschland beriet Wolfgang Brand High-Potential-Kunden in ihren strategischen und operativen Online-Marketing-Aktivitäten. Als langjährig erfahrener Consultant genießt er einen hervorragenden Ruf als Experte im Bereich des Online Marketings.

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